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Aktive Meditation

20. Juli 2016
Aktive Meditation

AKTIVE Meditation? Meditation und Aktivität scheinen auf den ersten Blick ein Widerspruch zu sein. Jedoch ist es ebenso ein Widerspruch, von einem westlichem Menschen heutzutage zu erwarten, das er, eben noch gehetzt vom Alltag, Job, Einkauf oder Parkplatzsuche, einen Meditationsraum betritt, sich hinsetzt und quasi auf Knopfdruck in Stille und Meditation versinkt.

In der aktiven Meditation benutzen wir den Körper als Instrument: durch mindestens 15 Minuten intensive Aktivitäten wie Joggen, Tanzen, Schütteln, Hüpfen oder anderes wird der Körper in eine hohe Anspannung gebracht, wodurch eine tiefe Entspannung erst möglich wird. Dieses wird möglich, weil innere Unruhe, Anspannung und Zappeligkeit abgebaut werden kann. Gerade Meditationsanfänger können nur schwer still sitzen, Es kribbelt hier, es juckt da – alles Tricks des hyperaktiven Mind, der versucht die Meditation zu stören.

Die jeweiligen Meditations-Techniken sind ein wirksames Hilfsmittel, um einen meditativen Zustand zu erreichen. Sie wirken schnell und effektiv. Man kann hier auch von einer dynamischen Entspannung sprechen.

In einem entspannten Körper wohnt ein entspannter Geist.
Ein ähnliches Prinzip findet man beispielsweise in der progressiven Muskelentspannung nach Edmund Jacobsen. Dabei wird ein Muskelbereich für einige Sekunden fest angespannt, dann wird die Spannung gelöst, wodurch sich eine Entspannung einstellen kann.

Eine aktive Meditation ist je nach Technik in 2 bis 5 verschiedene Phasen unterteilt, die zum Teil von Musik begleitet werden. Fast jede aktive Meditations-Technik beinhaltet eine stille Phase der Tiefenentspannung. Für viele Meditierende ist die stille Phase der Punkt, wo die wirkliche Meditation eintritt, für andere schon von Anfang an.

Meditation = Nicht-Handlung

aktive Meditation stilleIn der westlichen Welt von heute ist es schwierig geworden sich völlig zu entspannen. Der Körper ist rastlos und die Gedanken schwirren im Kopf herum. Es ist, als sei in unseren Köpfen ständig ein Radio in Betrieb, das läuft und läuft und läuft. Seit unserer Kindheit wurde uns beigebracht logisch zu denken und zu funktionieren.
Einige Menschen haben bereits Meditationen ausprobiert, scheiterten aber in einer stillen oder geführten Meditation daran, sich nicht entspannen oder auf den Atem konzentrieren zu können. Selbst wenn sie sich hinsetzen um zu meditieren, sind die Gedanken da, sei es nur, dass man denkt, das man jetzt meditiert.

Zu meditieren bedeutet nicht, sich hinzusetzten und die innere Stille zu erzeugen, sie zu „machen“.
Meditation ist eine Nicht-Handlung, das bedeutet, dass man bei der Meditation auf eine meditative Art nichts tut. Du kannst die innerer Ruhe nicht erzwingen, du kannst Stille nicht erzeugen. Selbst wenn du versuchst Gedanken abzuschalten, tust du etwas. Höre einfach auf etwas zu tun! Erst wenn du an den Punkt des Nicht-Handelns kommst, wird Meditation eintreten.

Meditationspraxis hilft dabei, die Gedanken gehen zu lassen.
Durch Meditation kommst du in den Kontakt mit deinem höheren Selbst, deinem Bewusstsein. An diesem Punkt beobachtest du dich selbst von außen, beobachtest dich selbst wie in einem Film dabei, wie du sitzt und atmest und was du so denkst.

Ich habe das früher nie kapiert, wenn die Anleitung lautete, die eigenen Gedanken wie Wolken vorbeiziehen zu lassen. Ich habe dann etwas gemacht, meinen Job als Gedanken-Vorbeizieherin erledigt. Auf den Gedanken gewartet um ihn dann endlich weggehen zu lassen. Teilweise habe ich sogar ein bisschen geschoben. Aber ich habe das Nicht-Handeln damals noch nicht gekannt. Ich hatte keinen erfahrenen Meditationslehrer, der mir sagte: Lehne dich zurück, tue nichts, aber wenn ein Gedanke kommt, dann verzage nicht und lasse ihn einfach vorüber gehen.

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Welche aktiven Meditationen gibt es (eine Auswahl)

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  1. Vielleicht lässt sich das Nichts-machen etwas greifbarer erklären, wenn man den Schlaf als Vergleich heranzieht. Wir machen ja auch nichts AKTIV, wenn der Moment kommt, wo sich unser Bewusstsein abschaltet und wir „plötzlich“ schlafen. Solange wir an rotierenden Gedanken im Kopf festhalten, kann die Nacht lang werden. Aber die Gedanken zu betrachten wie zB ein Außenstehender, indem wir auf Monotones wie den Atem zu achten beginnen, macht es leichter -da vor allem die Monotonie uns in einen anderen Zustand kippen lässt. Wodurch Meditation und auch Schlaf wesentlich einfacher erreicht werden können. Klar, mit Übung geht es natürlich immer besser. 🙂

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