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Was ist Slow Juicing?

6. September 2016
Was ist Slow-Juicing

Beim Slow Juicing werden Obst, Gemüse, Gräser, Kräuter und/oder Nüsse langsam und nährstoffschonend mittels einer (oder zwei) schweren Schnecke ausgepresst bzw. ausgequetscht. Man könnte sie auch als Saftpressen bezeichnen. Der Geschmack ist unglaublich gut, die Qualität kein Vergleich zu gekauften Produkten oder Säften aus einem Zentrifugal-Entsafter. Wertvolle Vitamine, Mineralien, Enzyme und Antioxidantien bleiben weitestgehend erhalten. Langsam ist der Entsaftungsvorgang übrigens nicht.

Wie ich zum Slow Juicer wurde

Früher hatte ich mal einen Zentrifugal-Entsafter von Severin. Die meiste Zeit seines Aufenthalts bei mir verbrachte er im Schrank. Ich hatte Freunde mit eigenen Gärten, wo ich dann nach einem Besuch mit kiloweise Äpfeln oder Karotten aus dem Garten zurückkam und zu solchen Gelegenheiten holte ich den Entsafter aus dem Regal. Das lag allein schon daran, das es keine Freude war ihn zu bedienen und noch weniger den ganzen geschredderten Trester anschließend zu entfernen und ihn dann zu Reinigen.
Irgendwann verkaufte ich ihn dann auf eBay als „wenig genutzt“ und hatte ihn danach nicht vermisst.

Doch aufgrund einer Autoimmunkrankheit wurden gesunde und nährstoffreiche Ernährung immer wichtiger für mich. Ich überlegte, wie ich erheblich mehr Vitamine und Mineralstoffe in meinen Körper bekommen könnte. Ein Großteil steckt bekanntlich in Gemüse und Obst. Doch wie schafft man es, mehr davon zu konsumieren, als man es ohnehin schon tut? [Siehe: 5 Tricks um mehr Gemüse zu essen]

Ich entschied mich neben grünen Smoothies, die aber erst verdaut und verstoffwechselt werden müssen, für frisch gepressten Saft. Dieser muss nicht verdaut werden und die Nährstoffe sind nach ca. 10 Minuten im Blut angekommen.

 

Warum Slow-Juicing?

Viele Vitamine und Enzyme sind licht-, wasser- und hitzeempfindlich. Das bedeutet im Klartext, das diese sich nach dem Waschen und Schälen oder Aufschneiden einfach aus dem Staub machen. Darum wird ein Apfel oder eine Avocado nach dem Schneiden schnell braun, dort fand eine Oxidation der Inhaltsstoffe statt.

Wer also einen frischen nährstoff- und enzymreichen Saft pressen möchte, sollte Wärme und Sauerstoffeinwirkung vermeiden. All diese Aspekte berücksichtigen moderne Slow Juicer.
Der Geschmack ist entsprechend herausragend. Die hohe geschmackliche Qualität zeigt sich auch optisch. Der Saft setzt sich nicht ab, wie bei billigen Entsaftern, wenn oben der Orangensaft in voller Farbe noch zu sehen ist, aber die unteren ¾ des Glases schon durchsichtig wie Wasser werden. Ich habe schon Saft im Restaurant zurück gehen lassen, der frisch war und schon 5 Minuten nach dem Servieren wie Wasser aussah. Damals dachte ich, das der Saft mit Wasser gepanscht war.

Um die Sauerstoffeinwirkung so gering wie möglich zu halten, gibt es nur einen Weg: Trinke den Saft direkt nach der Herstellung. Natürlich kannst du ihn verschließen und 24 Stunden im Kühlschrank lagern, aber er hat dann weniger Nährstoffe als direkt nach dem Pressen.

Vorteile Slow Juicing

Geringere Sauerstoffeinwirkung

Da Slow Juicer das Obst und Gemüse nicht so herum schleudern wie ein Zentrifugal-Entsafter, ist die Sauerstoffeinwirkung erheblich geringer. Zentrifugal-Entsafter schleusen eine hohe Menge Sauerstoff bei der Verarbeitung ein. Zusätzlich schädigen sie die Zellstruktur der Inhaltsstoffe, also auch der wertvollen Antioxidantien.
Deshalb kann man ihn auch gekühlt bis zu 24 Stunden kühl lagern, ohne das der Saft sich stark absetzt.

Keine Wärmeeinwirkung

Slow Juicer arbeiten nicht wie die schnell rotierende Zentrifugal-Schleudern, bei deren Betrieb Hitze entsteht. Statt dessen quetschen Slow Juicer ganz gemächlich mit einer schweren Schnecke (bei meinem Hurom wiegt diese 420 g) den Saft aus dem Obst oder Gemüse heraus. Hitze kann bei ca. 70 Umdrehungen die Minute gar nicht erst entstehen. Und dennoch dauert das Entsaften nicht länger!

Größere Saftausbeute

Trester_Wassermelone
Trester von ca. 2 kg Wassermelone

Bei meinem alten Zentrifugal-Entsafter hatte ich immer das Gefühl, mehr Trester wegzuschmeißen als Saftausbeute zu haben. Versuche z.B. Karotten-Trester heraus zu nehmen und nochmal durch den Entsafter zu schicken endeten in einer riesigen Schweinerei und es kamen vielleicht ein paar Tropfen mehr heraus.
Beim Slow-Juicer kann man das beliebig oft wiederholen, wobei der Trester oft bereits so trocken ist, das man gar nicht auf die Idee kommt, ihn nochmal durchlaufen zu lassen.
Wenn ich beispielsweise 2 kg Wassermelone ohne Schale entsafte, habe ich am Ende 2-3 EL Trester. Mehr nicht! Je weniger man wegschmeißen muss, desto weniger Geld hat man letztlich verschwendet.

Wobei man Trester auch noch weiter verwenden kann, zum Beispiel Gemüse-Trester als Suppeneinlage oder im Dörrautomat Cracker daraus machen.

Unübertroffener Geschmack

Man erhält puren Saft, fast alle wertvolle Vitamine, Mineralien, Enzyme und Antioxidantien bleiben erhalten. Keine zugesetzten Geschmacks- oder Konservierungsstoffen enthalten. Kaum Schaumbildung (außer bei Ananas), wie bei Zentrifugal-Entsaftern. Der Saft setzt sich auch nach Stunden nicht ab. Bei Säften aus billigen Entsaftern hat sich der Saft schon nach wenigen Minuten abgesetzt, so das er unten fast durchsichtig ist und nur oben eine  farbige Schicht ist.

Ich könnte nie wieder einen O-Saft oder Apfelsaft aus der Tüte oder Flasche trinken (ich habe es versucht!).

Apfelsaft
Links Saft aus einem Slow Juicer, rechts aus Zentrifugal-Entsafter

Einfache Reinigung

HUROM_TeileDadurch, dass nicht noch die Hälfte des Obst oder Gemüse durch das zentrifugieren (schleudern) im Gerät klebt, ist der Reinigungsaufwand relativ gering. Mein Gerät habe ich nun schon mehrere Jahre und die Reinigung ist mir so ins Blut übergegangen wie Zähneputzen.
Das Gerät vom Motor nehmen, in wenigen Handgriffen auseinander nehmen, Frucht- oder Gemüsereste abspülen, mit Spüli alle Teile abwaschen und fertig. Reinigungsbürsten für die gründliche Reinigung der schmaleren Zwischenräume sind beigelegt.

Folgende Teile sind zu Reinigen:
1. Trommel
2. Rahmen mit Wischblättern
3. Saftsieb
4. Schnecke bzw. Welle
5. Einfüllschacht / Trichter
6. Tresterbehälter, sofern man keinen Beutel verwendet (ich verwende oft die Plastiktüten aus der Gemüseabteilung vom meinem Einkauf)
7. Eventuell Stößel, aber den braucht man nur ganz selten bei Slow Juicern.

Vielfalt und Kreativität

Im Slow Juicer kann man kreuz und quer alles mischen, wie es einem beliebt. Jedes Obst (außer Bananen und Avocados, die diese viel zu weich zum Entsaften sind) und jedes Gemüse kann man mit allen beliebigen Kräutern, Gräsern, Nüssen und Samen zu einem Saft verarbeiten. Harter Sellerie mit weichen Orangen? Rote Beete mit softem Pfirsich? Apfel mit Weizengras?Alles ist möglich! Und diese Möglichkeiten machen erfinderisch. Man mixt nach Belieben zwei oder zehn Zutaten und hat am Ende immer einen echten Multi-Vitaminsaft. Nur eben mit echten Vitaminen und nicht mit zugesetzten.

Leiser Betrieb

Slow Juicer Gerät sind wirklich leise und somit weckt man nicht den gesamten Haushalt an Morgen auf, wenn man ihn benutzt.

ZUM SLOW-JUICER PRODUKT-VERGLEICH

ZU DEN SLOW JUICING REZEPTEN

Die Slow Juicing-Technik