So Ham Meditation: Bedeutung, Anleitung & Wirkung des Mantra „Ich bin Das“
Bist du bereit, dich mit deiner wahren, göttlichen Natur zu verbinden? Dann ist das So Ham Mantra genau das Richtige für dich. Es ist eine kraftvolle Mantra-Meditation, die die tiefe Erkenntnis vermittelt: „Ich bin Das“. In dieser Anleitung zeige ich dir, wie du das Mantra gezielt nutzt, um innere Ruhe, Klarheit und Zentrierung zu finden.
In der Meditationspraxis zeigt sich jedoch, dass die Wirkung eines Mantras stark davon abhängt, was es bedeutet und wie es praktiziert wird. Diese Zusammenhänge erkläre ich ausführlich in meinem Beitrag zur → Bedeutung, Wirkung und Anwendung von Mantras.
Bedeutung des So Ham Mantra
Ursprung im Sanskrit
Im Sanskrit bedeutet „So Ham“ wörtlich „Ich bin Das“ bzw. „Ich bin Er/Gott/Universelle Wahrheit“ und symbolisiert die Einheit des Individuums mit dem Universum/Absoluten. Dieses Mantra wurde seit Jahrtausenden von vedischen Gelehrten verwendet, um die Verbindung zur universellen Energie zu verdeutlichen.
Das Mantra So’Ham besteht aus zwei Wörtern:
- Sa: Das / Er
- Aham: Ich bin
Im Sanskrit wird das Verb „bin“ oft nicht explizit geschrieben. So versteht man statt „Aham“ = Ich automatisch „Ich bin“.
In einem Prozess namens Sandhi werden die Silben zu einem Mantra umformuliert. Dieser grammatische Prozess im Sanskrit vereinfacht die Aussprache der Wörter, was einen optimalen natürlichen Klangfluss in der Meditation unterstützt. In diesem Fall wird SA mit AHAM kombiniert, um das fließende Mantra So’ham zu erzeugen.
Übersetzung & spirituelle Bedeutung
So Ham zeigt, dass du nicht getrennt bist, sondern Teil des großen Ganzen, der Schöpfung und der göttlichen Energie. Die bewusste Wiederholung des Mantras kann Fokus, Klarheit und inneren Frieden fördern.
Vedische Gelehrte interpretieren das „Das“ als Universum oder Einheit. Ich bin eins mit dem Universum und der gesamten Schöpfung. Die Meditation vermittelt ein Gefühl von Sicherheit, Schutz und bedingungsloser Unterstützung, da du dir bewusst machst, dass du mit der universellen Schöpfungsenergie verbunden bist.
Es heißt, dass die Bedeutung den heiligen Sehern (Rishis) zugleich mit dem Klang offenbart wurde, als sie die Einheit erkannten. Mit dem Ton SO tritt das Universelle, das Göttliche in den menschlichen Körper ein. Diese Erfahrung führte zu der Erkenntnis, dass SO „Er“ bedeutet.
Nach der Einatmung geht der Ton in HAM über. Hier erfuhren die Weisen die Einheit von sich und dem Kosmos. So erkannten sie die Bedeutung des HAM als „ich bin Er/Sie/Gott“. SO HAM stellt ein Bindeglied zwischen uns in unserer Endlichkeit und dem Absoluten, dem Unendlichen dar. Wenn SO’HAM erreicht ist, bleibt nichts weiter mehr zu tun. Du bist nicht länger mehr von
Gott getrennt. Befreiung wurde erlangt.
Verbindung zum Atem & Universum
Das So Ham Mantra ist eng mit der Atmung verbunden: beim Einatmen denke „So“, beim Ausatmen „Ham“. Diese Synchronisation von Atem und Mantra fördert eine natürliche Zentrierung und unterstützt die körperliche, geistige und spirituelle Balance.
Wirkung der So Ham Meditation
Geistige & emotionale Vorteile
Regelmäßige Praxis der So Ham Meditation kann:
- Klarheit & innere Ruhe fördern.
- Stress reduzieren und das Nervensystem beruhigen1Zaccaro A, Piarulli A, Laurino M, Garbella E, Menicucci D, Neri B and Gemignani A (2018) How Breath-Control Can Change Your Life: A Systematic Review on Psycho-Physiological Correlates of Slow Breathing. Front. Hum. Neurosci. 12:353. doi: 10.3389/fnhum.2018.00353.
- Gedanken fokussieren und emotionale Stabilität erhöhen.
Oft fühlen wir uns überfordert, weil wir uns getrennt fühlen. Wenn du dich daran erinnerst: „Ich bin Das“, beobachtet achtsam deine Präsenz und lässt die Situation zu einem Erlebnis werden, nicht zu einem Problem.
Eine systematische Übersicht zu Studien zeigt die positiven Effekte der Mantra-basierten Meditation auf mentale Gesundheit2Álvarez-Pérez Y, Rivero-Santana A, Perestelo-Pérez L, Duarte-Díaz A, Ramos-García V, Toledo-Chávarri A, Torres-Castaño A, León-Salas B, Infante-Ventura D, González-Hernández N, Rodríguez-Rodríguez L, Serrano-Aguilar P. Effectiveness of Mantra-Based Meditation on Mental Health: A Systematic Review and Meta-Analysis. Int J Environ Res Public Health. 2022 Mar 13;19(6):3380. doi: 10.3390/ijerph19063380. PMID: 35329068; PMCID: PMC8949812..
Die genauen Vorteile und Wirkungsweisen von Pranayama – insbesondere im Zusammenspiel von Atem, Psyche und Nervensystem, habe ich im Beitrag → Wie wirkt Pranayama & Breathwork auf Körper & Psyche? genauer erklärt.
Spirituelle Dimension
Das Mantra unterstützt die Verbindung zum höheren Selbst und zur universellen Weisheit. Du kannst dadurch ein tiefes Gefühl von Verbundenheit zu deiner göttlichen Natur, Gelassenheit und Schutz erfahren, das dich in deinem Alltag trägt.
Umgebung für die Meditation
Führe diese Meditation nur in einem geschützten Rahmen durch. Nicht beim Autofahren oder Bedienen von anderen Maschinen.
Führe sie am besten zu Hause auf einem Meditationskissen* oder Meditationsstuhl*, auf dem Boden, Sofa, Stuhl durch.
Vorbereitung für die Meditation
Du solltest diese Übung am besten auf leerem Magen durchführen oder einige Stunden nach dem Essen vergehen lassen, bis du sie durchführst.
Direkt nach dem Essen ist dein Nervensystem zu sehr mit der Verdauung beschäftigt. Das Zwerchfell kann sich einfach nicht so wie erforderlich ausdehnen, weil der volle Magen im Weg ist.
Anleitung: So Ham Meditation Schritt für Schritt
Haltung: Sitze im Schneidersitz, Fersensitz auf einem Meditationskissen* oder auf einem Stuhl.
Vorbereitung: Lenke deine Aufmerksamkeit zunächst auf deinen Atem und spüre, wie er langsamn ein- und ausströmt.
Mudra: Es ist kein bestimmtes Mudra vorgegeben. Für Anfänger kann eine Mala als Zählhilfe hilfreich sein, um den Atem-Mantra-Rhythmus stabil zu halten – besonders, wenn der Geist schnell abschweift. Halte diese in deiner rechten Hand und rücke mit jedem Mantra eine Perle vor.
Fokus: Die Augen sind geschlossen. Konzentration auf dem Ein- und Ausatmen. Du kannst versuchen, die Silben als Worte zu visualisieren.
Atem: Lass beim Einatmen das Wort „So“ deinen Atem begleiten und lass beim Ausatmen das „Ham“ ausströmen. So’Ham enthält einen inhärenten Rhythmus, der sich ganz natürlich mit der Atmung verbindet. Achte darauf, dass deine Atmung nicht schneller wird, sondern eher langsamer.
Wenn deine Gedanken abschweifen und dich überfluten, führe sie sanft zurück zum Atem und beginne erneut mit dem Mantra.
Gerade bei starkem Gedankenstrom kann es hilfreich sein, typische Denkfallen zu erkennen → hier findest du bewährte Strategien aus der Meditationspraxis.
Mantra: SO HAM. Denke beim Einatmen SO und beim Ausatmen HAM. Synchronisiere dabei langsam den Rhythmus des Atems mit dem Mantra. Das Mantra wird still gedacht, du kannst dich aber von einer CD/MP3 begleiten lassen.
Zeit: Beginne mit 3 bis 5 Minuten und steigere dich allmählich, In der klassischen Praxis wird das Mantra 108-mal wiederholt. Eine Mala unterstützt dich dabei, ohne dass du innerlich zählen musst. Du solltest im Anschluss noch einige Minuten in Stille verweilen.
→ wie sich die jeweilige Meditationsdauer auswirkt.
Abschluss: Lasse das Mantra sanft los. Atme tief ein, halte den Atem für 15 Sekunden ein und atme aus. Du kannst noch einige Minuten in Stille sitzen bleiben.
Wenn du in einer Schlange stehst, im ÖPN unterwegs bist, im Stau stehst oder in der Warteschleife hängst, praktiziere diese Meditation in deinem Geist.
Wenn dein Geist nicht zur Ruhe kommt:
Diese Anleitung hilft dir, mit kreisenden Gedanken während der Meditation konstruktiv umzugehen.
Kontraindikationen Meditation
Meditationen ersetzen keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Höre immer auf deinen eigenen Körper.
Nicht geeignet bei: akuten Psychosen, manischen Episoden3Sharma P, Mahapatra A, Gupta R. Meditation-induced psychosis: a narrative review and individual patient data analysis. Ir J Psychol Med. 2022 Dec;39(4):391-397. doi: 10.1017/ipm.2019.47. Epub 2019 Oct 31. PMID: 31668156., Schizophrenie4, bipolaren oder dissoziativen Störungen, endogenen Depressionen, PTBS, schwerem Trauma, hyperkinetische Störungen, Epilepsie, Erkrankungen des zentralen Nervensystems, geistiger Behinderung, akute Drogenabhängigkeit oder Neigung zu Halluzinationen oder Aneurysmen.
Weitere Mantras und Parallelen
Weitere Mantras und inhaltliche Parallelen
Im Kundalini Yoga wird „Ich bin Das“ häufig mit dem Mantra Ong So Hung übersetzt. Es beschreibt weniger ein mentales Konzept als die Einheit zwischen dir und dem Göttlichen (Gott und ich sind eins).
Ein ähnlich aufgebautes, jedoch anders akzentuiertes Mantra ist Sat Nam. Hier liegt der Fokus stärker auf Identität und Wahrheit. Sat verwendet man beim Einatmen, Nam bei der Ausatmung.
Weiterführende Praxis zur Atemwahrnehmung:
Häufig gestellte Fragen zur So’Ham Meditation
Was bedeutet das Mantra So’Ham?
„So Ham“ heißt „Ich bin Das“ und symbolisiert die Einheit mit dem Universum. Mehr dazu im Beitrag.
Wie praktiziert man die So Ham Meditation?
Einfach beim Einatmen „So“ und beim Ausatmen „Ham“ innerlich wiederholen, begleitet vom Atemrhythmus. Siehe Anleitung.
Wie oft sollte ich das So Ham Mantra praktizieren?
Regelmäßigkeit ist wichtiger als die Länge der Übung. Schon 5 bis 10 Minuten pro Tag können eine große Wirkung haben. Finde eine Zeit, die gut in deinen Alltag passt und versuche, die Meditation zur Gewohnheit zu machen.
Ist die So Ham Meditation für Anfänger geeignet?
Ja, da sie Atem & Mantra kombiniert, ist sie sehr einsteigerfreundlich. Da du keine komplizierten Haltungen einnehmen musst und dich auf etwas Natürliches wie deinen Atem konzentrierst, ist es eine sanfte Einführung in die Welt der Meditation.
Wie lange sollte man mit So Ham meditieren?
Bereits 5–10 Minuten täglich wirken. Fortgeschrittene praktizieren länger, gem. Anleitung.
Gibt es gesundheitliche Einschränkungen?
Ja, siehe Kontraindikationen im Beitrag.
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Alle Angaben ohne Gewähr. Die Informationen basieren auf dem Stand des Veröffentlichungsdatums des Artikels. Aus rechtlichen Gründen weise ich darauf hin, dass die auf dieser Website genannten Indikationen lediglich beispielhaft sind und kein Heilversprechen darstellen. Die veröffentlichten Informationen dienen nicht zur Eigendiagnose oder zur Anwendung von Therapien. Bei Beschwerden sollte immer ein Arzt oder Heilpraktiker konsultiert werden. |
Quellenangaben
- 1Zaccaro A, Piarulli A, Laurino M, Garbella E, Menicucci D, Neri B and Gemignani A (2018) How Breath-Control Can Change Your Life: A Systematic Review on Psycho-Physiological Correlates of Slow Breathing. Front. Hum. Neurosci. 12:353. doi: 10.3389/fnhum.2018.00353
- 2Álvarez-Pérez Y, Rivero-Santana A, Perestelo-Pérez L, Duarte-Díaz A, Ramos-García V, Toledo-Chávarri A, Torres-Castaño A, León-Salas B, Infante-Ventura D, González-Hernández N, Rodríguez-Rodríguez L, Serrano-Aguilar P. Effectiveness of Mantra-Based Meditation on Mental Health: A Systematic Review and Meta-Analysis. Int J Environ Res Public Health. 2022 Mar 13;19(6):3380. doi: 10.3390/ijerph19063380. PMID: 35329068; PMCID: PMC8949812.
- 3Sharma P, Mahapatra A, Gupta R. Meditation-induced psychosis: a narrative review and individual patient data analysis. Ir J Psychol Med. 2022 Dec;39(4):391-397. doi: 10.1017/ipm.2019.47. Epub 2019 Oct 31. PMID: 31668156.
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